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Samstag, 13. Dezember 2008

Gespräche gewinnen

Eigentlich ist es ganz einfach:

Zuerst die Konsumenten in Gesprächen gewinnen.

Dann die Konsumenten so gewinnen, dass man auch die Gespräche zwischen den Konsumenten gewinnt.

Praxisbeispiele folgen...

Ein neues Marketing-Konzept entsteht

Bevor ich mich mit weiteren theoretischen Überlegungen beschäftige, ein kurzer Überblick wo Konsumenten-Konsumenten Beziehungen schon berücksichtigt werden:
  • Das Social Media Monitoring analysiert die Gespräche zwischen Konsumenten
  • Bei Meinungsführer Aktionen werden Konsumenten z.B. Produkte zugeschickt, die von Ihnen getestet werden. Dies soll zu Gesprächen zwischen den Konsumenten führen.
  • Virale Kampagnen
  • Prinzipiell ist dieser Ansatz immer dann relevant, wenn es darum geht Mundpropaganda-Prozesse zu fördern.
Diese Liste ist nur ein kleiner Anriss zur Verdeutlichung. Es soll nur gezeigt werden, dass der Ansatz auch schon umgesetzt wird. Im nächsten Schritt werde ich erläutern, wie „Märkte sind Gespräche“ und „Gespräche sind Marktplätze“ miteinander verknüpft werden können. Spannend wird es dann, wenn man erkennt, dass daraus ein neues Marketingkonzept entsteht, das viel effizienter ist, als alles was jemals zuvor ausprobiert wurde.

Gespräche sind Marktplätze - Ein Theaterstück

Gespräche wie dieses sehe ich übrigens täglich bei unseren Social Media Analysen. Ich denke es macht die Prozesse gut sichtbar.

Ein Theaterstück: Gespräche sind Marktplätze

Akteuere: 1 Gepräch, 2 Personen, 2 Transformationen, 1 Nachfrager, 1 Verkäufer

Person 1: Hallo, schön Dich wieder zu sehen!

Person 2: Ja hallo, wie geht es Dir?

Person 1: Ganz gut, ich komme gerade vom Media Markt.

Person 2: Was hast Du gekauft?

Person 1: Ein neues Ladekabel für mein iPhone.

Person 2: Du hast ein iPhone? Wie findest Du es?

Eine Transformation tritt auf.

Person 1 wandelt sich in einen Verkäufer.

Verkäufer (Person 1): Ich bin total begeistert. Es ist noch besser als ich es mir vorgestellt habe. Insbesonder...

Es folgt ein langes Loblied auf das iPhone. Worauf eine weitere Transformation auftritt. Person 2 wandelt sich zum Nachfrager.

Nachfrager (Person 2): Ich glaube, ich werde das iPhone doch in meine Überlegungen mit einbeziehen. Ich wolle mir gerade ein neues Handy kaufen. Bis jetzt habe ich den Hype um das iPhone komplett abgelehnt. Aber ich sehe schon, das Gerät würde gut zu mir passen. Was kostet es denn?

Verkäufer (Person 1): Kommt darauf an, wo Du es kaufst. Bei eBay kannst Du es echt günstig bekommen. Sogar einen Umbau kann man dort ersteigern.

Nachfrage (Person 2): Nein; eBay ist nicht so mein Ding. Ich werde mal bei ciao nach dem günstigsten Shop suchen.

Verkäufer (Person 1): Geh doch lieber zu idealo. Da habe ich meins besorgt. Ist von der Community her besser als ciao.

Und so sprechen die beiden immer weiter. Mal ist der eine Verkäufer mal der andere. Mal wird etwas verkauft, mal wird auf etwas aufmerksam gemacht und manchmal wird vom Kauf abgeraten.

Hier wird deutlich, das das Gespräch wirklich ein Marktplatz ist. Ziel eines Unternehmens muss es sein, diese Marktplätze für sich zu gewinnen. Bloß wie sollen Sie dies schaffen? Sie schaffen es ja oftmals nicht einmal einenMarktplatz zu gewinnen, wenn Sie selbst als Verkäufer in dem Gespräch auftreten.

Gespräche sind Marktplätze

Märkte sind Gespräche???

Ich sage: Gespräche sind Marktplätze!

Warum ist dies nicht bloß eine kleine Feinheit? Warum macht dies einen Unterschied? Und warum eröffnet es eine gänzlich neue Perspektive?

Zuerst ein kurzer Überblick warum Märkte als Gespräche bezeichnet wurden. Zielsetzung des Cluetrain Manifests war es die Unternehmen aufzurütteln. Es ging darum, dass Unternehmen lernen zuzuhören und mit Ihren Kunden in offener Art und Weise zu sprechen. Ein Unternehmen kann Menschen nur an sich binden, wenn es mit Ihnen ein Gespräch führt. Möchte ich einen Markt gewinnen, muss ich das Gespräch gewinnen, da Märkte Gespräche sind.

Ich widerspreche nun nicht auf inhaltlicher Ebene, sondern auf der Definitionsebene. Denn Märkte können nicht als Gespräche definiert werden, da es Märkte gibt, die nicht aus Gesprächen bestehen. Dies hat auch das Cluetrain Mainfest erkannt. „Märkte sind Gespräche“ ist somit keine wissenschaftliche Aussage sondern ein Imperativ. Märkte sollten als Gespräche begriffen werden! Genau dies erkennen Unternehmen häufig nicht.

Gespräche sind Marktplätze dreht die Perspektive um. Ich kann jedes Gespräch als Marktplatz begreifen. Der Marktplatz ist der Ort an dem Käufer und Verkäufer zusammenkommen. Dies kann in jedem Gespräch passieren. Jeder kann in einem Gespräch plötzlich zu einem Verkäufer oder zu einem Kunden werden. Im nächsten Post werde ich kurz an einem Beispiel zeigen, wie das passiert.